Neuigkeiten

Es gibt einen neuen Topicana-Band: Nr. 31

Topicana 31: Eva Paula Pick, Das Lächeln am Fuße der Nasenwurzel

 

Eva Paula Picks literarische Texte sind ungewöhnlich. Sie betrachtet die Welt wie durch eine Lupe und erfindet für jeden Stoff neue Stilregeln und Sprechweisen. So entstehen hintergründig-witzige, schräg-absurde Laut- und Klangwelten. Häufig wird Sprache selbst zum Thema. Rhythmus und Sprachakrobatik der Autorin werden mit der beigelegten Audio-CD zu einem außergewöhnlichen Hörerlebnis. Ein experimentierfreudiges Buch und die sinnliche Suche danach, was mit Sprache alles möglich ist.

Eva Paula Pick, geboren am Rhein, lebt sie nach dem Studium von Germanistik, Philosophie und Geschichte und nach beruflichen Aufenthalten in Süddeutschland, Frankreich und der Schweiz heute in Kaiserslautern als Schriftstellerin und Darstellende Künstlerin. Sie schreibt (experimentelle) Lyrik, Szenisches und Prosa. Ihre Lautgedichte performt sie mit Musikern in Live-Auftritten. Literaturpreise (zuletzt Hans-Bernhard-Schiff-Preis 2014) und Stipendien (zuletzt Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf). Eigene Veröffentlichungen: Baden im Winter (2005); Tüpfelschiff tintenschwarz (2012; CD Text&Jazz) Lapidosa(2013) und Wo Hathors Kühe weiden (2015)

Edith Braun gestorben

Der VS Saar trauert um Edith Braun. Sie starb am 14. Oktober in Saarbrücken im Alter von 95 Jahren.


Geboren und aufgewachsen im im Saarbrücker Arbeiterstadtteil Malstatt wurde Edith Braun die Grande Dame der Saarländischen Mundarten. Sie sprach die Mundarten frei vom Verdacht der Saartümelei als Symptom einer Identitätskrise. Über viele Jahre beschäftigte sie sich theoretisch mit beiden Saar-Dialekten.

 

Nach einem abgebrochenen Jurastudium und zwei Jahrzehnten Ehe- und Hausfrau startete sie eine zweite Karriere, studierte Englisch und Russisch und erwarb ihr Übersetzerdiplom. Anschließend hat sie noch Phonetik, Germanistik und Slawistik studiert und 1988 im Alter von 67 Jahren promoviert beim Phonetiker Max Mangold, der später ihr Lebensgefährte wurde.

 

Edith Braun hat viele Bücher zum Thema veröffentlicht, zum Beispiel (rheinfränkisch) Schaff ebbes, Hasenbrot und Gänsewein, Lebendige Mundart, Gudd gesaad I und II, Saarbrücker Wörterbuch, Saarbrücker Homonym-Wörterbuch, Rückläufiges Wörterbuch, Saarbrücker Mundart-Lektionen, aber auch Moselfränkisches wie Saarlouiser Mundartbuch, Neues Lebacher Mundartbuch, hat Asterix und einiges von Wilhelm Busch ins Saarländische übersetzt, z.B. den Struwwelpeter... Mit ihrem Buch Geheimsache Max und Moritz hat Edith Braun versucht, diesen gereimten Comic von Wilhelm Busch nicht so sehr als Kinderbuch zu sehen, sondern als satirischen Schlüsseltext über die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche 1848/49 zu deuten, womit sie sich den Zorn der Wilhelm-Busch-Gesellschaft zuzog.


Edith Braun hat eine einheitliche phonetische Schreibweise für die saarländischen Dialekte entwickelt, eine Normierung, an die sich aber noch nicht alle Mundartautoren halten. In regelmäßigen Sendungen beim Saarländischen Rundfunk und in ihrer wöchentlichen Kolumne in der Saarbrücker Zeitung (bis Juli 2016!) diskutierte sie idiomatische Fundstücke.

 

Edith Braun wird uns fehlen und nicht zuletzt den Saarländischen Mundarten, denn sie betrieb deren Ehrenrettung für die Literatur.

Topicana 30: Konstantin Ames, sTiL.e(zwi) Schenspiele

sTiL.e(zwi) Schenspiele präsentieren sich als Rückbesinnung auf die Leistungen des Expressionismus und des Dadaismus. Ames gibt im zweiten Teil seiner poetischen Trilogie weitere Proben einer Poesie der Pluralisierung. Galliger Spott und das Klopfen auf Sprüche treffen auf völliges Danebensein. Ein rarer werdendes Beharren auf Modernität, auf schneller Suada und Epigramm wird hier zelebriert, statt kiloweise Pathos.

Konstantin Ames, geboren 1979 in Völklingen, saarländische Kindheit und Jugend; erlebt seit einigen Jahren, nach Stationen in Greifswald und Leipzig, als Schriftsteller Berlin. Für sein literarisches Schaffen erhielt Ames u.a. ein Künstlerstipendium fürs Deutsche Studienzentrum in Venedig und den Lyrikpreis Meran. »Lyriker? Er doch nicht!« (FAZ) Bisher wurden zwei Poesienbücher ediert, außerdem ein Concetto vorgelegt.

Web-Datenbank für Honorare bei mediafon

Das Referat Selbstständige von verdi und die BKS (Bundeskommission Selbstständige) haben eine Internet-Datenbank für Honorare eingerichtet. Jeder Selbstständige kann dort nachsehen, ob er selbst für seine Leistung ein angemessenes und übliches Honorar bekommt. Dazu können alle mit Auskünften über ihre eigenen Aufträge, Werk- und Honorarverträge beitragen, gehe es nun um Literatur oder andere Tätigkeiten.
Ihr findet die Honorarumfrage und -datenbank hier auf der Seite von mediafon.net, dem Beratungsnetz für Solo-Selbstständige. Übrigens sind die Beratungen von mediafon für ver.di-Mitglieder kostenlos und die Einträge in der Honorardatenbank sowieso!