Autorenseminar
des VS- Rheinland-Pfalz, VS-Saar und Literaturwerk Rheinland-Pfalz-Saar
am 27. – 29. November 2009 in Kirkel

  • Motto des Seminars:
    Familie als Ort der literarischen Selbstbestimmung

  • Referenten: Eckard Henscheid, Birgit Vanderbeke
  • Moderatoren: Moritz Heger, Andreas Dury
  • Veranstaltungsort:Bildungszentrum Kirkel, Am Tannenwald 1, D-66459 Kirkel
  • Programm mit Anmeldeformular und Anfahrtsskizze zum Ausdrucken (im PDF-Format)
  • In der Wikipedia finden wir unter dem Stichwort Familienroman: „Der Liebes- und Familienroman bezeichnet ein umfangreiches Genre der Trivialliteratur, das sich vorwiegend an das weibliche Lesepublikum wendet und in seinem Aufbau meist einfachen Grundmustern folgt.“
    So gerne wir dieser Charakteristik auch zustimmen möchten, zwingt uns ein zweiter Blick auf das Thema doch zu einer differenzierteren Haltung. Der Familie haben sich in der Gegenwartsliteratur sowohl gesellschaftskritische (Birgit Vanderbeke „Das Muschelessen“) als auch utopische Romane (Charlotte Roches „Feuchtgebiete“) angenommen, sie kann als eine Form erscheinen, die noch die verschiedensten Lebensentwürfe integriert (Jonathan Frenzen „Die Korrekturen“) oder als Korsett, in dem das Verschiedene gewaltsam zu einer Einheit gezwungen wird. Wir kennen Romane, in denen die Suche nach einem Familienmitglied zur Suche nach der eigenen Identität wird (Peter Handke „Die Wiederholung“) und solche, bei denen genau das Gegenteil der Fall ist und die Loslösung von der Familie die einzige Überlebensmöglichkeit darstellt (Gavino Ledda „Padre Padrone“).
    Jedenfalls ist es mit der Familie so wie mit der Mastdarmflora: Jeder hat eine, jeder hat seine eigene und keiner hat sie sich herausgesucht.
    Wir dürfen gespannt sein, wie unsere ReferentInnen – Birgit Vanderbeke und Eckhard Henscheid – in dieses Thema einführen.
    Neben einem Seminarteil mit Vorträgen, Workshops und Diskussionen sollen auch wieder drei Autoren aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland die Möglichkeit erhalten, sich und ihre Texte vorzustellen. Zum Abschluss der Veranstaltung wird am Sonntagmorgen (29. November) eine öffentliche Lesung beider ReferentInnen im Saarländischen Künstlerhaus (Saarbrücken) stattfinden.

    Programm

    Freitag, 27. November
    • Anreise
    • 18:00 Uhr: Abendessen
    • 19.30 Uhr - ca.21.30 Uhr: Eckhard Henscheid: Einführungsvortrag und Diskussion

    Samstag, 28. November
    • Frühstück
    • 9.30 - ca.12.30 Uhr: Eckhard Henscheid, Schreibwerkstatt:
    Die Familie ist die Urform und Keimzelle des gesellschaftlichen Seins jedes Menschen. In der Familie begegnen wir uns ursprünglich im Blick des Anderen, und es ist nicht nur in der Entwicklungspsychologie eine wenig umstrittene These, dass dieser Blick unsere Selbstwahrnehmung, unsere Selbstpositionierung innerhalb von Gruppen, unser Vertrauen in uns und andere lebenslang entscheidend beeindruckt. Inte-ressant ist der biographische Moment, in dem man dies selbst bemerkt, der Moment, in dem man zum ersten Mal auf sich selbst gestellt ist, etwa, weil man sich verlaufen, die erste eigene Wohnung bezogen oder etwas Verbotenes getan, ein Tabu verletzt hat… Verfassen Sie einen Text zum Thema: „Als ich plötzlich nicht mehr klein war“, maximal 3 Manuskriptseiten (á 1800 Anschläge) und senden Sie ihn bis spätestens zum 7. November 2008 an:
    Andreas Dury , Rußhütter Str. 32, 66113 Saarbrücken, eMail: ADury@t-online.de
    • Mittagessen
    • 14.30 Uhr -17.30 Uhr: Birgit Vanderbeke:
    Arbeitskreis mit Einführungsreferat, Textbeispielen und Diskussion: Einsichten und Erfahrungen einer ausgewiesenen Prosaautorin zum Thema "Familie“
    • (Kaffeepause zwischendurch)
    • 18:00 Uhr: Abendessen
    • 19.30 Uhr - ca.21.30 Uhr: Drei junge AutorInnen stellen sich in einer Lesung vor

    Sonntag, 29. November
    • Frühstück
    • 11.00 Uhr: Birgit Vanderbeke und Eckhard Henscheid: Öffentliche Lesung im Saarländischen Künstlerhaus, Saarbrücken