Andreas Drescher Murmeln

Du schweigst. Du schweigst mit Sicherheit. Du schweigst das technische Hilfswerk, deine Gesichtscreme und ein oder zwei weitläufige Bekannte an, von denen der erste Zweite ich bin. Wundert dich das noch? Bist du überhaupt dabei?

Früher hast du fremder geschwiegen, inzwischen schweigst du mir schon Murmeln unter die Füße, Glasmurmeln, die zusammenfahren und mir in die Poren dringen, wenn ich darauf ausrutsche und zusammenfahre. Ich kenne das schon.

Du schweigst ohne Vorwarnung, verirrt, irgendwo hinterm Schnee und selbstverständlich ohne Schere, schweigst eine Reise unters kleinere Ozonloch, also ganz harmlos. Aber per Schiff immerhin, damit der Sonnenbrand länger anhält.

Das wacht nie auf. Jedenfalls nicht so lange es es selber ist. Versteckt die Schere irgendwo im Mund und kann schon deshalb im Moment nicht sprechen. So hütest du dich vor mir. Natürlich nicht vor mir vor mir, eher noch vor mir vor ihm.

Es ist, als müsstest du Abstand zu deinen Füßen halten, damit sie nicht auch auf diesen Murmeln laufen. Und auf das gedrängte Haus aufpassen, damit die Leute dir nicht aus den Fenstern brechen. Schon lange. Schon seit dem ersten Tag.

Wie sollen wir die Nacht? Sollen wir sie überhaupt? Wie sollen wir die Nacht?

Murmeln als Schneesturm, Murmeln als Bakterien, Murmeln als Scherenlicht.

Nichts dringt, nichts bricht aus diesem Haus, in den Briefkästen nur Werbung.

Und das Technische Hilfswerk? Legt es Drainagen? Womöglich bis zum Pol?

Oder sind wir mit dem THW im Schneesturm unterwegs, um das zu bergen?