Topicana

Eine Reihe des VS-Saar
Edition Saarländisches Künstlerhaus

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Werner Laubscher

Werner Laubscher
Geboren 1927 in Kaiserslautern. Volksschullehrerstudium, dann Studium der Musik, Geographie, Philosophie. Wohnhaft in Stein und Landau. Bis 1991 Leiter einer Realschule.
Veröffentlichungen:
Gedichte, Erzählungen, experimentelle Texte.
Auswahl:
Winterreise, Wintersprache Gedichte, Annweiler
Wortflecht und Lautbeiß Lautgedichte, Annweiler
Suite 25b Lautkompositionen, Hamburg
Die Germansviller Dokumente experimenteller Roman, Blieskastel
Winterkassationen Gedichte, Heidelberg
Das geheimnisvolle Bordcase Kriminalgeschichten, Annweiler
Auszeichnungen:
Martha-Saalfeld-Förderpreis 1996
Preisträger beim Wettbewerb Buch des Jahres Rheinland-Pfalz 1989 und 1996
Pfalzpreis für Literatur 1997
Werner Laubscher, Reise nach Amoenia

Werner Laubscher, Reise nach Amoenia;
Eine Madrigalkomödie, Saarbrücken, 2001;
erschienen als Band 5 in Topicana.
126 Seiten, 6,00 €
(ISBN 3-932294-68-8)

Textprobe:

In der Zeit der Nachtbleiche
da die Welt beginnt
sich zu ersinnen
kehren Schemen morgenwärts
heim in die alten Namen

Baum wird Baum Berg wird Berg
und ineinander dringen
die Nachtentzweiten

Und wieder sammeln
vor Augen sich die
wortverschwisterten Dinge

Gelassen
in die morgendlichen Lichtweiden taucht ein
das Gestirn
Auf nun ihr Pfaue! Hüter
der Frühe fangt an
das Sonnenrad zu schlagen!

Reise nach Amoenia: Werner Laubscher, einer der außergewöhnlichsten und ionnovativsten rheinland-pfälzischen Autoren hat in diesem Band Gedichte veröffentlicht, in denen er die traditionellen japanischen Versformen Haiku und Tanka anwendet, variiert und erweitert. Daran interessiert ihn einerseits die extreme Strenge der Form, die ihn zwingt, "das ganze innere Vokabular aufzuschlagen" und andererseits die "Ästhetik des leeren Raums", bei der, ähnlich einer japanischen Tuschzeichnung, das Ausgesparte und Angedeutete wichtiger ist, als das Bezeichnete. Laubscher hat seinen Miniaturen Computergraphiken beigefügt. Sie wurden mittels eines einfachen Bildbearbeitungsprogramms aus dem Schriftsatz der Gedichte generiert, denen sie zugeordnet sind. Damit knüpft der Autor an die kalligraphische Tradition der japanischen Dichtkunst an. Häufig erinnern sie an Musiknoten und unterstreichen die Spielbarkeit der Stücke, ihre musikalische Intention.