Topicana

Eine Reihe des VS-Saar
Edition Saarländisches Künstlerhaus

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Gerhard Stebner

Gerhard Stebner
Geboren 1928 in Neustettin / Pommern. Studium der Anglistik, Germanistik, Philosophie. Bibliothekarsausbildung. Wissenschaftlicher Bibliothekar an der Unibibliothek Saarbrücken. Gerhard Stebner war Vorstandsmitglied des VS Saar. Von 1998 bis Ende 2000 war er Mitglied im Topicana-Lektorat. Er starb am 7. Januar 2001 in Saarbrücken
Veröffentlichungen:
Seit 1958 zahlreiche literaturwissenschaftliche Beiträge in Zeitschriften und Sammelbänden. Seit 1968 Hörspiele, Kurzprosa, Lyrik, Collagen, Übersetzungen u.a. Auswahl:
Aneinander vorbei Texte, München 1978.
Hörbeispiele, konkret duologisch, IN(DUST)RY/LEBWOHL... Tonkassette, Saarbrücken-Dudweiler, 1984.
Martin Guerre oder Der Doppelgänger Hörspiel, Saarländischer Rundfunk 1970.
Wer kennt Martin Guerre? Hörspiel, Deutsche Welle 1974.
Schale Muschel Schimmer Ein Sprachklang-Stück für Kinder (Musik von Clemens Kremer) 1986.
Gerhard Stebner, Eigensinn aus lauter Namen

Gerhard Stebner, Eigensinn aus lauter Namen;
Akrosticha, Saarbrücken, 2001;
erschienen als Band 6 in Topicana.
116 Seiten, 6,00 €
ISBN 3-932294-75-0

Textprobe:

Bald werde ich nicht mehr sein.
und was bleibt?
Buchstaben
Gewürfelt
Im Sand wie im Seelengrund,
Bis alles aufgewirbelt und verweht.

Eigensinn aus lauter Namen: Gerhard Stebner hat für den vorliegenden Band 101 Akrosticha herausgesucht. Das Akrostichon (griechisch: akros Spitze; stichos Vers) ist die Versform, bei der die Zeilenanfänge hintereinander gelesen einen eigenen Sinn haben. Bei Stebner sind es meistens Eigennamen, die sich ergeben, wenn man den ersten Buchstaben jeder Zeile eines Gedichts hintereinanderliest. Stebner gelingen damit subtile und überraschende Skizzen von Freunden, Bekannten und Personen des öffentlichen Lebens, aber auch von Landschaften und Orten. Beate Uhse etwa mutiert in dem ihren Namen aussprechenden Gedicht von der Pionierin der Wunscherfüllung zur Sklavin des Mehrwerts. Und Athen wird zum Sinnbild der negativen Dialektik der Kultur.
Ludwig Harig hat in seinem Nachwort den Autor so portraitiert: "Er stand vor uns (...) wie der Clown im Varietee und mit künstlich modellierender Stimme balancierte er seine Wörter auf der ausgestreckten Zumge. Nicht ein einziges ist ihm dabei achtlos heruntergefallen."
Wenn man sich mit dieser, Stebners letzten Publikation beschäftigt, kommt einem unweigerlich das Wort "Akrobatik" in den Sinn - und das beginnt ja mit derselben Silbe wie das Akrostichon.