Der Verband deutscher Schriftsteller (VS)
vertritt im Fachbereich 8 der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Interessen der Schriftsteller und Übersetzer. Die zentralen Aufgaben des Verbandes werden von der Bundesgeschäftsstelle in Berlin koordiniert.
Adresse der Bundesgeschäftsstelle des VS:
Heinrich Bleicher-Nagelsmann
Bundesgeschäftsführer
Verband deutscher Schriftsteller in ver.di
Paula-Thiede-Ufer 10
10179  Berlin
eMail: vs@verdi.de
http://vs.verdi.de/-/Hng 

Der VS bietet seinen Mitgliedern...

  • ...kostenlosen Rechtsschutz in allen berufsbedingten Rechtsstreitigkeiten;
  • ...kostenlose Rechtsberatung bei Vertragsabschlüssen in allen urheberechtlichen, Steuer- und Versicherungsproblemen;
  • ...kostenlose Beratung bei beruflichen Problemen;
  • ...Rabatte beim Abschluss von Kranken-Zusatzversicherungen;
  • ...finanzielle Unterstützung bei Freizeitunfällen;
  • ...kostenlos die medien- und kulturpolitische Zeitschrift "Kunst & Kultur" (monatlich) bzw. das Fachblatt "Übersetzen" sowie die Übersetzer-Rundbriefe;
  • ...Qualifizierungs- und Professionalisierungsseminare sowie Workshops auf Landes- und Bundesebene;
  • ...Förderung und Pflege der internationalen Schriftstellerkontakte und Austausch;
  • ...die Möglichkeit, über die internationalen Kontakte des VS ausländische Kolleginnen und Kollegen und andere Kulturen kennen zu lernen;
  • ...Arbeitsaufenthalte in den Schriftsteller- und Übersetzerzentren in Visby/Gotland und Rhodos;
  • ...die Möglichkeit, Reisekostenzuschüsse zu bekommen, wenn für literarische Projekte Auslandsrecherchen erforderlich werden;
  • ...Seminare unter Leitung erfahrener Autoren und Lektoren, z.B. in den Bereichen literarische Übersetzung, Lyrik, Kinderbuch, Kriminalroman, Hörspiel oder Film- und TV-Drehbuch (gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung, dem Deutschen Literaturfonds und der Stiftung Buch und Medien).

    Wer kann Mitglied werden?
    Mitglieder können alle haupt- und nebenberuflichen deutschsprachigen Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer sowie alle auf dem Gebiet der Bundesrepublik lebenden fremdsprachigen Schriftsteller werden, die ihr fachliches Können durch...

  • ...eine (nicht selbst finanzierte) Buchveröffentlichung,
  • ...eine Sendung oder Aufführung eines Hör- oder Fernsehspiels, Theaterstücks oder Films
  • ...mehrere Veröffentlichungen in literarischen Anthologien, Literaturzeitschriften, elektronischen Medien und Feuilletons, entsprechende Veröffentlichungen als literarische Übersetzerin oder Übersetzer oder eine vergleichbare literarische Tätigkeit
    nachgewiesen haben.
  • Außerdem können Inhaber und Inhaberinnen von ererbten Urheberrechten Mitglied werden.
    Möchten Sie Mitglied im VS werden, so wenden Sie sich bitte an den Landesvorsitzenden Ihres jeweiligen Bundeslandes oder schreiben Sie nach Berlin an die VS-Bundesgeschäftsstelle.

  • Verband deutscher Schriftsteller
    Geschichte, Aufgaben und Ziele

    Am ersten deutschen Schriftstellerkongress nach dem Krieg, der 1947 tagte, nahmen noch Autoren aus Ost und West teil. Mit der Festschreibung beider deutscher Staaten aber entwickelten sich auch die Schriftstellerverbände getrennt.

    Auf westlicher Seite kam es 1952 auf Initiative von Theodor Heuss zu einem losen Zusammenschluss. Mit der Studentenbewegung wurde Widerstand gegen den "Altherrenclub" laut, z. B. von Ingeborg Drewitz, Gerhard Zwerenz und Horst Bingel, die 1968 mit dem DGB über die Gründung einer Autorengewerkschaft verhandelten.

    Nach einer Verständigung mit der Gruppe um Dieter Lattmann konnte 1969 in Köln der "Verband deutscher Schriftsteller (VS)" gegründet werden.

    Heinrich Böll nannte das Ziel: "Ich schlage vor, dass wir die Bescheidenheit und den Idealismus einmal für eine Weile an unsere Sozialpartner delegieren: an Verleger, Chefredakteure und Intendanten", sagte er 1969 in Köln zur Gründung des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS).

    Was frühere Standesorganisationen nicht geschafft hatten, sollte die "Einigkeit der Einzelgänger" verwirklichen.

    Schon 1970 machte Martin Walser namens des VS erste Vorschläge für die Gründung einer "IG Kultur". Als ersten Schritt zu diesem Ziel fasste der VS 1973 den Beschluss, sich der IG Druck und Papier anzuschließen. Erst 1989 wurde die IG Medien als Mitgliedergewerkschaft vollendet: durch Zusammenschluss der Gewerkschaft Kunst und ihrer Verbände mit der IG Druck und Papier.

    Im März 2001 erfolgte der Zusammenschluss von IG Medien und weiteren vier Gewerkschaften (DAG, DPG, HBV UND ÖTV) zu ver.di, der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft. Mit der Devise "Gemeinsam sind wir stärker" möchte ver.di besser auf die unterschiedlichen Erfordernisse der Menschen in einer schnell wandelnden Komunikations- und Informationsgesellschaft reagieren.

    1989, 20 Jahre nach seiner Gründung, brachte der VS rund 2.400 Lyrikerinnen und Theaterstückeschreiber, Romanciers und Übersetzerinnen, Erzählerinnen und Sachbuchautoren, Hörspielautorinnen, Essayisten und Drehbuchautoren in die IG Medien ein. Bei der Absicherung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Autorinnen und Autoren, bei der Verbesserung der Literatur- und Kulturförderung, bei der Entwicklung von Programmen zur Nachwuchsförderung und zur fachlichen Qualifizierung von Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzern, und nicht zuletzt in der Vorsorge für Krankheit und Alter ist der VS heute auf Seiten der literarischen Urheber der einzig professionelle Interessenvertreter.

    Im Jahr 1991 gewann der VS ca. 600 Mitglieder aus der DDR dazu, die einzeln in den VS eintraten. Der erste gesamtdeutsche Kongress des Verbands deutscher Schriftsteller in Travemünde konnte somit 3.200 Mitglieder aufweisen.

    Der Aufwärtstrend der Mitgliederentwicklung hielt und hält an. Stand 2001: ca. 4000 Mitglieder, davon 3000 Autorinnen und Autoren sowie 1000 Übersetzerinnen und Übersetzer. Vorausgegangen waren im Jahr 1990 und 1991 zahlreiche Diskussionsveranstaltungen, Foren, Seminare und Autorentreffen in beiden Teilen Deutschlands.

    1991 wurde während des Travemünder VS-Kongresses eine VS-Geschichtskommission gewählt, die sich der Aufarbeitung der Geschichte beider Verbände widmete. Die VS Geschichtskommission hat zwei Publikationen herausgebracht, "Die Biermann-Ausbürgerung und die Schriftsteller" Köln, 1994, und "Verfeindete Einzelgänger", Berlin, 1997.

    Angesichts der oft unwürdigen Honorarbedingungen im Literaturbetrieb schaffen es nur wenige Autoren und Übersetzer, ihren Lebensunterhalt allein durch literarische Tätigkeit zu verdienen. Die meisten sind auf einen "Brotberuf" angewiesen.

    Der VS ist regional gegliedert, in jedem Bundesland nimmt sich ein/eine Landesvorsitzende/r des VS der speziellen Belange, Schwierigkeiten und Probleme seiner Mitglieder an. In den Landesverbänden werden viele regionale Veranstaltungen, Seminare und Lesungen organisiert. So hat jeder Landesverband seinen eigenen literarischen Wirkungskreis. In manchen Landesverbänden gibt es zusätzliche Regionalgruppen, die die Arbeit der Landesvorsitzenden erleichtern und den Kontakt zu den Mitgliedern intensivieren.

    Ver.di mit den Bereichen Medien, Kunst und Kultur ist die Gewerkschaft aller Kultur- und Medienschaffenden. Mit diesem Zusammenschluss will sie den Gefahren begegnen, die sich aus der zunehmenden Konzentration und Kommerzialisierung der Medien für die Presse-, Rundfunk- und Meinungsfreiheit ergeben. Sie setzt sich ein für freie Kunstausübung ohne staatliche, private oder sonstige Gängelung und für die menschenwürdige Gestaltung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen.

    In der täglichen Arbeit des freien Autors bedeutet die Zugehörigkeit zu ver.di die praktische Unterstützung bei urheber- und verlagsrechtlichen Fragen. Bei berufsbedingten Steuer- und Versicherungsproblemen gibt es kostenlos Rechtsberatung und - falls nötig - Rechtsschutz. Ver.di setzte sich ein für die Gesetzesnovelle zum Urhebervertragsrecht mit angemessener Vergütung für die Urheberin/den Urheber.

    Die Honorare für freie Tätigkeit bei Zeitungen, Zeitschriften, Funk und Fernsehen, ohne die die meisten Autorinnen und Autoren nicht überleben könnten, werden ebenfalls von ver.di ausgehandelt.

    Auch in Tarif- und Vertragsverhandlungen kann der VS auf die Erfahrung von ver.di (vormals IG Medien) zurückgreifen. Um spezielle Probleme, z.B. von freien Mitarbeitern im Rundfunk, kümmern sich zusätzliche Personengruppen und Kommissionen von ver.di.

    Für die Freiheit der Kunst und Meinung wie auch für den Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung streitet der VS innerhalb von ver.di nicht allein. Neun Verbände von Kultur- und Medienschaffenden, die längst mit den gleichen Problemen und denselben multinationalen Auftraggebern konfrontiert waren, hatten sich in der IG Medien und nun in ver.di zusammengetan. Diese vereinigt über 190.000 Mitglieder in neun berufsbezogenen Fachgruppen: Druckindustrie und Zeitungsverlage, Papier- und Kunst-stoffverarbeitung, Rundfunk/Film/Audiovisuelle Medien (RFFU), Journalismus (dju/SWJV), Literatur-Verband deutscher Schriftsteller (VS), Bildende Kunst (BGBK/SBK), Darstellende Kunst (IA/Theater), Musik (DMV/GDMK), Verlage und Agenturen.

    Bis weit in die sechziger Jahre hinein prägte der "arme Poet" das Literatenbild in der Öffentlichkeit: Kunst ist Berufung. Kunst fragt nicht nach Geld. Und schon gar nicht nach Rente. Eventuelle Zweifel räumten die Tantiemen weniger Bestsellerautoren aus, die die Boulevardpresse andächtig nachzählte. Erst mit der Gründung des VS begann sich das öffentliche Verständnis zu wandeln. Seither konnten mit Unterstützung der IG Medien einige entscheidende Verbesserungen für die soziale Lage der Autorinnen und Autoren durchgesetzt werden:

    Der VS trug maßgeblich zum Zustandekommen des Künstlersozialversicherungsgesetzes bei, das die gesetzliche Sozialversicherung für KünstlerInnen und PublizistInnen öffnete. Die Verlage zahlen dabei einen "Arbeitgeberanteil" zur Kranken- und Rentenversicherung ihrer Autoren.

    Der VS war entscheidend an der Gründung des Deutschen Literaturfonds beteiligt, der wichtigsten Institution zur Vergabe von Literatur-Stipendien und -Projektmitteln.

    Der VS half maßgeblich mit, dass Autorinnen und Autoren über die Verwertungsgesellschaft WORT Vergütungen für die weitere Nutzung ihrer Werke - z.B. für die Bibliothekstantiemen, Repro-/Kopierabgaben, Tantiemen über Zweitnutzungen, z.B. Sendungen in Hörfunk und TV - erhalten.

    Mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels schloß der VS "Normverträge" ab, die die Rechtsstellung von Autorinnen und Übersetzern gegenüber den Verlagen erstmals normierten und dadurch erheblich verbesserten. Zur Durchsetzung dieser Normen wurde eine gemeinsame Schiedsstelle ins Leben gerufen. Sie kann in strittigen Fällen der Vertragsgestaltung und Vertragsauslegung angerufen werden.

    Über konkrete Honorare für Buchveröffentlichungen hat der VS bisher mit sechs Verlagen Haustarifverträge abgeschlossen. Darin werden den Autorinnen und Autoren Rechtsansprüche auf ein Honorar von mindestens zehn Prozent vom Ladenverkaufspreis zugestanden, für höhere Auflagen höhere Prozentsätze eingeräumt und in der Regel anerkannt, dass das Honorar für die 1. Auflage - in unterschiedlichen Schritten - spätestens bei Erscheinen des Buches fällig wird.

    Die Arbeitsbedingungen von Autoren und Übersetzerinnen hängen aber nicht nur von Regelhonoraren und einer erschwinglichen Altersversorgung ab. Kulturpolitik, Steuergesetze, Bildungspolitik und der Markt geben den gesellschaftlichen Rahmen ab, innerhalb dessen Literatur gefördert wird und sich entwickeln kann. Der VS arbeitet daher im regionalen, nationalen und internationalen Rahmen überall dort mit, wo es um die Belange der Literatur geht.

    Der VS

  • ...ist Mitglied in der Deutschen Literaturkonferenz e.V., im Deutschen Kulturrat, einem Zusammenschluss der wichtigsten literarischen Institutionen in Deutschland;
  • ...ist vertreten im Deutschen Literaturfonds, in der Kulturstiftung der Länder, in der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, und in zahlreichen weiteren Institutionen, um die Literaturförderung zu verbessern;
  • ...vertritt in den Gremien der Künstlersozialkasse und der VG Wort die Interessen der Literaturschaffenden;
  • ...fördert durch Austausch mit ausländischen Schriftstellerverbänden das wechselseitige Kennenlernen unterschiedlicher Literaturen;
  • ...vertritt als Mitglied im Europäischen Schriftstellerkongreß EWC die Interessen der deutschen Autorinnen und Autoren europaweit (die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene innerhalb des EWC, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ob es nun im Zeitalter der Digitalisierung um die Wahrung und Gestaltung der Autorenrechte oder den Erhalt der Buchpreisbindung geht, der VS ist ein wichtiger Partner des EWC, nicht zuletzt durch seine Erfahrung mit rechtlichen, beruflichen und sozialen Problemen);
  • ...nimmt öffentlich Stellung zu Behinderungen der Freiheit von literarischer Arbeit durch Zensur, Unterdrückung und Gewalt - weltweit;
  • ...trägt - z. B. durch Zusammenarbeit mit eigenen regionalen Fördervereinen und Literaturbüros - zur Nachwuchsförderung bei;
  • ...mischt sich mit öffentlichen Veranstaltungen in die literarische und kulturpolitische Diskussion ein, z. B. für die Einführung des sog. "Goethegroschens", des Urhebergemeinschaftsrechts auf deutscher und europäischer Ebene;
  • ...beteiligt sich auf allen Ebenen und in allen Gremien in ver.di an der Erarbeitung und Durchsetzung medien- und kulturpolitischer Konzepte. In allen diesen Belangen arbeitet der VS eng mit den vielfach von VS-Mitgliedern getragenen Fördervereinen in den Ländern sowie auf Bundesebene mit dem "Kulturwerk deutscher Schriftsteller e. V." zusammen.

    Der VS wird durch den Vorsitzenden und die Mitglieder des Bundesvorstands in der Öffentlichkeit vertreten.

  • Der VS im Web

    Geschäftsordnung des VS

    Adressen der Landesverbände

    Der Bundesvorstand

    Antrag auf Mitgliedschaft