Samstag 18. 10 Uhr bis Sonntag 19. April 2026, 16 Uhr

ZUKUNFT SCHREIBEN

Frühjahrsseminar im Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes in Kirkel

Ist das kapitalistisch-technologische Konzept der Unterwerfung der Natur an sein Ende gekommen oder haben wir den Punkt erreicht, an dem der Mensch sich selbst aus dem engen Korsett seiner Natur befreit und mithilfe von künstlicher Intelligenz, Robotik und Weltraumtechnik neu erfindet?
Stehen wir am Ende oder am Anfang der Geschichte?
Welche Funktion kann Literatur bei  der Gestaltwerdung der
Zukunft haben?


Als Referentinnen wurde die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Christiane Solte-Gresser und das Schriftstellerinnen-Trio Silvana Uibel, Juli Haase und Roman Eich eingeladen. Sie werden das Seminar mit Vorträgen, Moderationen und Übungen anleiten.

 

Weitere Infos siehe hier

 

Montag 20. April 2026, 20 Uhr Saarländisches Künstlerhaus

Eva Paula Pick: ›Krampenschießen‹

Lesung aus ihrem neuen Roman  (Conte-Verlag)

Hanna hofft, in der Abgeschiedenheit der Vulkaneifel ihre Übersetzung afrikanischer Autoren zu Ende zu bringen. Mirijam, ihre Tochter, untersucht im Burgund die Spuren mittelalterlicher Kreuzzüge und hält nebenbei mit frecher Feder so manche Beobachtung fest. Und August Linn, Hannas verstorbener Vater, mit dem sie als Kind jeden Abend Papierkrampen ins Licht der Welt schoss, hat ein Kriegstagebuch hinterlassen. Seine Aufzeichnungen liefern Antworten, werfen für Hanna und Mirijam aber auch beinahe mehr Fragen auf als ihre etwas holprigen Liebesbeziehungen. Drei Generationen einer Familie, verbunden im Drang, Außen und Innen in Worte zu fassen. Eva Paula Pick erkundet in ihrem Roman die Grenzen zwischen Dichtung und Wahrheit, Erinnern und Beobachten. Nie verliert sie dabei die Lust am Spiel mit der Sprache.

Eva Paula Pick, in Mannheim geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte in Tübingen und Bordeaux.Sie unterrichtete und machte später theaterpädagogische und therapeutische Ausbildungen. Nun schreibt und lebt die Autorin seit langem in Kaiserslautern. Sie veröffentlichte Lyrik, Dramatisches und Prosa und performt Sprache in Auftritten.

2014 erhielt sie den Hans-Bernhard-Schiff-Preis, 2017 war sie mit ihre Reiseerzählung Wo Hathors Kühe weiden zum Pfalzpreis für Literatur nominiert. 

ZUKUNFT SCHREIBEN

Montag 27. April 2026, 20 Uhr Saarländisches Künstlerhaus

Nora Haddada: ›Blaue Romanze‹

Lesung aus ihrem neuen Roman  (S. Fischer)

Eine große Liebesgeschichte zwischen französischer Leichtigkeit und deutschem Ernst
Als Julian Myriam das erste Mal in einer Karaokebar in Marseille sieht, kann er nicht mehr wegschauen. Ein Gespräch, ein Duett und einen illegalen Ausflug auf ein Baugerüst später ist das immer noch so. Auch Myriam fühlt: Das hier ist anders als sonst. Beide sind jung, belesen, kritisch und über allem liegen der Zauber und die Leichtigkeit von Marseille. Und doch bricht der Kontakt ab, als beide in ihre Leben zurückkehren, Myriam nach Paris, Julian nach Berlin. Als Myriam für ihre Promotion nach Berlin kommt, begegnen sie sich wieder. Doch nach dem 7. Oktober teilt sich ihr Umfeld in zwei Seiten – und sie stehen auf der jeweils anderen. Konsequent und listig erzählt Nora Haddada in Blaue Romanze von Liebe, politischem Diskurs und von der Tragik unserer Gegenwart.
Nora Haddada, geboren 1998 in Neunkirchen (Saar), studierte Kreatives Schreiben und Literaturwissenschaft in Hildesheim, Berlin und Paris. Ihr Debütroman Nichts in den Pflanzen erschien 2023 bei ecco. Sie lebt in Berlin und Paris. 

nächste Jours fixes des VS Saar

Schweren Herzens hat der Vorstand beschlossen, den Jour fixe vorerst einzustellen. Das tut uns besonders leid -- eine so würdige alte Institution! Seit Menschengedenken haben wir uns zuerst im Presseclub am St. Johanner Markt, später dann im Saarländischen Künstlerhaus an jedem 2. Donnerstag im Monat versammelt, um über den Rand der Weingläser hinweg die Weltverhältnisse zu betrachten. Nur in den letzten Monaten kam fast niemand mehr. Wahrscheinlich ist der Russe schuld oder diese chinesische Corona. Wie auch immer, die Abstimmung mit Füßen müssen wir natürlich respektieren, alles andere wäre grobe Missachtung des Willens unserer Mitglieder. 

Bis auf Weiteres bieten wir diesen Service also nicht mehr an. Sollte sich jetzt ein brausend-zorniger Aufstand in der Mitgliederschaft erheben, 3 Monate lang die Pforte des Künstlerhauses bambulemäßig belagern und eine Zeitenwende postulieren, können wir ja nochmal drüber reden.