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Es gibt einen neuen Topicana-Band: Nr. 32

Topicana 32: GRAND EST petit ouest

Hausfrau in einem elsässischen Dorf, Heranwachsende im lothringischen Stahlrevier, Studienabbrecher im Saarland… In sieben Alltagsporträts bietet diese Anthologie ein Psychogramm des deutsch-französischen Grenzraums weit unterhalb der Wahrnehmungs-schwelle öffentlicher Berichterstattung.

 

In ihrer Reihe TOPICANA präsentiert die Edition Saarländisches Künstlerhaus mit dieser zweisprachigen Anthologie eine kontrastreiche Auswahl zeitgenössischer Erzähler:

 

Anne Basc (Bouxwiller/Elsass)

Arnaud Friedmann (Paris, aufgewachsen im Elsass)

Sophie Bour (Metz)

 

Sonja Ruf (Saarbrücken)

Jörg W. Gronius (Saarbrücken)

Ralph Schock (Saarbrücken)

Erhard Schmied (Saarbrücken)

 

GRAND EST petit ouest. 7 Erzählungen aus dem Saarland, Lothringen und dem Elsass handelt auf Deutsch und Französisch von Deutschland und Frankreich. Herausgegeben von Jörg Ruthel (Straßburg)

308 S, durchgehend zweisprachig, Nov. 17

ISBN: 978-3-945126-43-1  € 14,00

Ludwig Harig – VS Saar gratuliert zum 90. Geburtstag

Ludwig Harig ist der selbsterklärte, doch unbestrittene Platzhirsch unter den saarländischen Autoren. Er wurde am 18. Juli 1927 in Sulzbach (Saar) geboren und lebt heute noch dort.
1949-50 ist er Assistant d’allemand am Collège Moderne in Lyon. Von 1950 bis 1970 arbeitet Harig als Volksschullehrer, dann lässt er sich beurlauben, um vom Schreiben zu leben, 1974 gibt er den Lehrerberuf ganz auf. Vertrauen in die Tragfähigkeit freier Schriftstellerexistenz gibt ihm sein Erfolg mit Hörspielen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Dort erzielt er — was selten ist — auf einem sprachlichen Experimentierfeld genug Ernte für sein Auskommen.

Er hat mitgeholfen, die experimentelle französische Literatur (wie etwa des Pataphysikers und Oulipoten Raymond Queneau) ins Deutsche zu übertragen. Seine Prosa und Lyrik wurden und werden allgemein beachtet und vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Kunstpreis des Saarlandes für Literatur 1966, dem Heinrich-Böll-Preis 1987 und dem Friedrich-Hölderlin-Preis 1994.

Vorbilder und Lehrmeister für ihn waren Jean Paul, Arno Schmidt und Max Bense. Letzterer versuchte in den 60er Jahren, eine kybernetische, eine Informationstheorie der literarischen Ästhetik zu entwickeln (Theorie der Texte), und Harig, als angewandter Bense, setzte die kybernetische Ästhetik in praktische Literatur um, indem er weite semantische und syntaktische Felder mittels Kombinatorik aufspannte. Variation, Kombination und (vor allem) Permutation von Wörtern kennzeichnen z.B. den 1. Roman Sprechstunden für die deutsch-französische Verständigung und die Mitglieder des Gemeinsamen Marktes, ein Familienroman.

An den frühen Sprachexperimenten ist bereits deutlich zu erkennen, dass sie immer zum Spiel mit den bezeichneten Gegenständen verlocken sollen. Harigs Sprachspiel evoziert das Lebensspiel, indem er authentisch erlebte oder zitierte Realität variiert und emanzipatorisch entwickelt, wie es schon 1974 im Titel seines 2. Romans programmatisch heißt: Allseitige Beschreibung der Welt zur Heimkehr des Menschen in eine schönere Zukunft. Sowohl experimentell sind seine Texte daher auch politisch relevant und aussagekräftig.

Die Sprachexperimentierlust tritt später zu Gunsten der Erzählfreude in den Hintergrund, nicht jedoch inhaltliches Spiel und emanzipatorische Thematik, wie etwa im Hauptwerk, dem Vaterroman Ordnung ist das ganze Leben (1987). Dass der vermeintlich reinen Heimatlob-Idyllik (siehe die sehr erfolgreiche Saarländische Freude) eine romantisch-ironische Haltung zu Grunde liegt, muss ja nicht jeder Saarländer merken. Es geht Harig um das gelungene Leben, um die Freude, und letztlich — um Glück. Das zwar möglicherweise ohne Saarland existiert, jedoch nie ohne Metabeschäftigung, ohne Vision, ohne Bücher! Damit der Saarländer sich seiner selbst bewusst wird, erfindet ihn Harig für die Literatur.

Klaus Behringer

Topicana 31: Eva Paula Pick, Das Lächeln am Fuße der Nasenwurzel

 

Eva Paula Picks literarische Texte sind ungewöhnlich. Sie betrachtet die Welt wie durch eine Lupe und erfindet für jeden Stoff neue Stilregeln und Sprechweisen. So entstehen hintergründig-witzige, schräg-absurde Laut- und Klangwelten. Häufig wird Sprache selbst zum Thema. Rhythmus und Sprachakrobatik der Autorin werden mit der beigelegten Audio-CD zu einem außergewöhnlichen Hörerlebnis. Ein experimentierfreudiges Buch und die sinnliche Suche danach, was mit Sprache alles möglich ist.

Eva Paula Pick, geboren am Rhein, lebt sie nach dem Studium von Germanistik, Philosophie und Geschichte und nach beruflichen Aufenthalten in Süddeutschland, Frankreich und der Schweiz heute in Kaiserslautern als Schriftstellerin und Darstellende Künstlerin. Sie schreibt (experimentelle) Lyrik, Szenisches und Prosa. Ihre Lautgedichte performt sie mit Musikern in Live-Auftritten. Literaturpreise (zuletzt Hans-Bernhard-Schiff-Preis 2014) und Stipendien (zuletzt Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf). Eigene Veröffentlichungen: Baden im Winter (2005); Tüpfelschiff tintenschwarz (2012; CD Text&Jazz) Lapidosa(2013) und Wo Hathors Kühe weiden (2015)

Topicana 30: Konstantin Ames, sTiL.e(zwi) Schenspiele

sTiL.e(zwi) Schenspiele präsentieren sich als Rückbesinnung auf die Leistungen des Expressionismus und des Dadaismus. Ames gibt im zweiten Teil seiner poetischen Trilogie weitere Proben einer Poesie der Pluralisierung. Galliger Spott und das Klopfen auf Sprüche treffen auf völliges Danebensein. Ein rarer werdendes Beharren auf Modernität, auf schneller Suada und Epigramm wird hier zelebriert, statt kiloweise Pathos.

Konstantin Ames, geboren 1979 in Völklingen, saarländische Kindheit und Jugend; erlebt seit einigen Jahren, nach Stationen in Greifswald und Leipzig, als Schriftsteller Berlin. Für sein literarisches Schaffen erhielt Ames u.a. ein Künstlerstipendium fürs Deutsche Studienzentrum in Venedig und den Lyrikpreis Meran. »Lyriker? Er doch nicht!« (FAZ) Bisher wurden zwei Poesienbücher ediert, außerdem ein Concetto vorgelegt.

Web-Datenbank für Honorare bei mediafon

Das Referat Selbstständige von verdi und die BKS (Bundeskommission Selbstständige) haben eine Internet-Datenbank für Honorare eingerichtet. Jeder Selbstständige kann dort nachsehen, ob er selbst für seine Leistung ein angemessenes und übliches Honorar bekommt. Dazu können alle mit Auskünften über ihre eigenen Aufträge, Werk- und Honorarverträge beitragen, gehe es nun um Literatur oder andere Tätigkeiten.
Ihr findet die Honorarumfrage und -datenbank hier auf der Seite von mediafon.net, dem Beratungsnetz für Solo-Selbstständige. Übrigens sind die Beratungen von mediafon für ver.di-Mitglieder kostenlos und die Einträge in der Honorardatenbank sowieso!